







85 Die Sektpioniere Raumland Eine Familie, die sich dem Sekt verschrieben hat: Volker Raumland mit seinen Töchtern Katharina und Marie-Luise (rechts). Volker Raumland hat – da ist sich die Branche einig – den deutschen Sekt geprägt wie kaum ein anderer. In den 1980er-Jahren wagt er den Schritt in die Selbstständigkeit, um den heimischen Produkten zu mehr Ansehen zu verhelfen. „Ich wollte den Menschen zeigen, dass auch deutscher Sekt von höchster Qualität sein kann“, sagt er. Im Jahr 1990 erwirbt er gemein- sam mit seiner Frau Heide Rose eine alte Villa im rheinhessi- schen Flörsheim-Dalsheim, umgeben von vier Hektar Weinreben. Später kommen weitere sechs Hektar aus dem elterlichen Betrieb hinzu. Ein entscheidender Wendepunkt ist die Ankunft von Carole Lefebvre im Jahr 1997, die als Praktikantin aus der Champagne zu den Raumlands kommt. „Ich habe sie einfach machen lassen“, so Raumland. Aus dem geplanten halben Jahr werden schließlich sieben Jahre, in denen er viel von ihr lernt, auch bei gemeinsamen Reisen in die Champagne. Mit seinen Sekten erntet Raumland immer wieder Bewunderung. Besonders die erste Cuvée, die 2004 auf den Markt kommt, beweist das enorme Potenzial, das in deutschen Schaumweinen steckt. „Ich möchte, dass beim Trinken Gefühle entstehen“, erklärt er. Raumland weiß um die Qualität und Vielfalt seiner Weine und gibt sein Wissen gern weiter. Nahezu jeder namhafte Sektmacher in Deutsch- land hat einmal bei ihm die Kunst des Sektmachens gelernt. „Der Markt ist groß genug und es ist großartig, wenn deutschem Sekt mehr Aufmerksamkeit zuteilwird.“ Unser Autor findet: Raumlands Sekte zeichnen sich durch eine feine Perlage und reiche, komplexe Aromen aus. Besonders gefällig sind die sorgfältige Auswahl und die präzise Verarbeitung.